Grillabend der SVP: 1. Auftritt der Kandidaten in Hüntwangen

Themenvielfalt am ersten Wahlauftritt der SVP für die Kantonsratswahlen 2015: Zehn Kandidaten präsentieren sich mit prägnanten Kurzreferaten.

Sonntag, 14. September. Es hat Tradition. Immer im Jahr vor den Kantonsratswahlen lädt die SVP Hüntwangen mehrere Kandidaten zum Grillabend in die Dorfbeiz Schmitteegge. Dort müssen sie sich beweisen.GrillabendSVP2014

Den Anfang machte Kantonsrat Erich Bollinger zur aktuellen Abstimmungsvorlage: Zonen mit einem Mindestanteil von Sozialwohnungen zu schaffen, ist ein Eingriff in die Wohneigentumsrechte. Er empfiehlt deshalb «Nein zur Volksinitiative für mehr bezahlbaren Wohnraum». Sein Amtskollege Claudio Schmid sieht zwei Ansätze, um die Probleme der hohen Sozialkosten in den Gemeinden zu lösen: Eine Politik, welche die Eigenverantwortung und die Stellung der Familie stärkt, sowie eine Revision der SKOS-Richtlinien. Bäuerin Margreth Rinderknecht zeigte wie unter anderen die kantonale Fachstelle Naturschutz die produzierende Landwirtschaft behindert. «Subventionierte Schmetterlingsförderung» soll nicht wichtiger sein, als einen Ertrag erwirtschaften zu können. Sie engagiert sich auch für nur eine Fremdsprache an der Primarschule. Roman Schmid ist Mitglied der Geschäftsleitung des Kantonsrats. So kümmert er sich um die Effizienz des kantonalen Parlaments. In der aktuellen Legislatur konnten die Pendenzen von 180 auf 80 Geschäfte reduziert werden, Nachmittagssitzungen können ausfallen, Sitzungsgelder werden gespart. Unsinnig ist für ihn die Forderung für ein Jugendparlament bis 26 im Kanton Zürich. Junge – er selbst beweist es – können richtig politisieren.

Gemeinderätin Barbara Grüter erlebt als Hochbauvorstand in Rorbas, wie kantonales Recht die Möglichkeiten der Planung einschränkt am Beispiel eines Gewerbegebietes. Sie will als Kantonsrätin gegen Vorgaben antreten, die Quartierentwicklung in Gemeinden verhindern. Christian Pfaller setzt sich als Malermeister für das Gewerbe ein, als Vorsteher Bau und Werke im Bassersdorfer Gemeinderat heisst sein Thema «Dichtestress». Bassersdorf hat den Schweizer Wachstums-Rekord: Eine Herausforderung für die Infrastruktur (z.B. Schulen). Gesundes Wachstum ist das Ziel, weder zu schnelles, noch keines (= Problem anderer Gemeinden). Die kantonale Richtplanung soll mehr Spielraum lassen. Deutliche Worte gegen die Auflageflut: Betriebswirtin und Unternehmerin Romaine Rogenmoser schildert, welche unproduktiven Vorgaben sie im täglichen Geschäft erfüllen muss, zum Beispiel das Ausfüllen von Statistiken für Bund und Kanton. Die Bülacher Gemeinderätin kämpft für unternehmerische Freiheit.

Benjamin Baumgartner, Mitglied des Gemeinderates Opfikon, ist Leiter des Wohnheimes Herzogenmühle für psychisch beeinträchtigte Menschen. «Das Sozialwesen ist zu teuer» sagt Baumgartner mit Blick auf viele Institutionen und Einrichtungen. Glaubwürdiger kann dies niemand vertreten. Für Lacher sorgte Finanzpolitiker, Dr. oec. HSG Georg Fallegger, Präsident der Bassersdorfer RPK. Er kämpft für drei Prinzipien, die heute bei Staatsfinanzen oft verletzt werden: Erstens: Man gibt nur Geld aus, das man hat. Zweitens: Wer zahlt befiehlt – wer befiehlt zahlt. Drittens: Man budgetiert vorsichtig. Fallegger ist erster Ersatz auf der Kantonsratliste. Hans-Ueli Neukom engagiert sich als HEV-Vorstandsmitglied für Grundeigentum. Ein Beispiel für die Notwendigkeit solchen Einsatzes: Im Gewässerschutzgesetz wurden Abstände von Fliessgewässern erweitert. Landwirte haben sich erfolglos dagegen gewehrt. Doch das führte auch zu Wertverlusten von Bauland, Entschädigungsfragen sind ungeregelt. Es gibt nun Parzellen, auf denen nicht mehr gebaut werden kann (Gewässerabstand auf der einen, Stassenabstand auf der anderen Seite).

Durch den Abend moderierte der Matthias Hauser, der ebenfalls wieder zu den Kantonsratswahlen antritt. Es ergaben sich spannende Gespräche, vorzüglich informiert und verpflegt wurde noch eine Weile weiterdiskutiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Schmitteegge: Oben v.l.n.r. Erich Bollinger, Claudio Schmid, Margreth Rinderknecht, Roman Schmid, Barbara Grüter. Unten v.l.n.r. Christian Pfaller, Romaine Rogenmoser, Benjamin Baumgartner, Georg Fallegger, Hans-Ueli Neukom.